Notizen zur Historie des Biotops „Alte Klärteiche Wissels“
• bis 2008 wurden die drei Teiche als (biologische) Kläranlage für Wissels und einige weitere Ortsteile von Künzell betrieben. Ab 2009 Nutzungsaufgabe.
Im Auftrag des NABU Kreisverbandes Fulda bewarben sich Karl und Heide Graeser um das ca. 10000qm große Grundstück
• in 2012 Übergabe an NABU KV Fulda (vgl FZ 2.2.2012), Vereinbarung zwischen Künzell, Landkreis Fulda und NABU KV Fulda)
• pachkostenfreie Übergabe, der NABU verpflichtete sich zu Renaturierungs-Maßnahmen, für die die Gemeinde Künzell Ökopunkte gutgeschrieben bekam.
• zahlreiche Optimierungsziele im Übergabe-Vertrag
• Vorsitzender Volker Strauch sinngemäß: Wichtig ist es, die Wasserflächen zu erhalten und das momentan noch sehr technik-geprägte Gewässer in einen naturnäheren Zustand zu
überführen. (vgl. Aus Klärteichen wird Biotop, 2014)
• In 2015 wurde der Flächennutzungsplan von „Fläche für Ver- und Entsorgungsanlagen – Zweckbestimmung Abwasser“ in „Sondergebiet Biotopentwicklung und Umweltbildung“ geändert. (13.
Änderung des FNP Wissels)
• In den Folgejahren:
◦ Durchführung von Renovierungs - und Pflegearbeiten
◦ Durchführung von einigen naturpädagogischen Veranstaltungen
▪ Problemfeld Steilufer: man kann nur schwerlich an die Gewässer, Gefahr
▪ in 2014 Anschaffung einer Schwimmplattform bringt leichte Abhilfe
◦ Projektarbeit Nisthilfen für Wildbienen (vgl Rückwand des Technikgebäudes)
◦ das Biotop entwickelt sich gemäß der üblichen Sukzession ( Weiden, Erlen,
ungebremstes Wachstum der Hecken)
◦ Ausbringung von Fledermauskästen sowie Nistkästen für verschiedene Vogelarten.
◦ Biomonitoring (z.B. Vogelarten: Stockenten, Graureiher, Silberreiher, Bachstelze, Nilgans, Kormoran, Blässhuhn, Nachtigall,
Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke, Zilpzalp,, Tauben,Krähen,….
• das ehemalig in den Innenbereichen von Sträuchern frei gehaltene Gelände wächst langsam zu
• 2021.07. Wahrnehmung des (zu) üppigen Pflanzenwachstums auf dem Gelände, gedanklich neue Ausrichtung der weiteren Entwicklung,
• 2022.03. Übergabe der Schlüssel zum Gelände von Karl und Heide Gräser an R. Ziegler, ebenfalls Zugang für NABU Petersberg (Alfred Peschl)
• 2022 Beginn der intensiven Pflegearbeiten (Einsatz Ziegenherde, Arbeitseinsatz zum Freischneiden (Kooperatives Arbeiten der NABU Gruppen Fulda-Künzell und NABU
Petersberg) vgl Bilder 2022
• 2023 Schafbeweidung, Planungsbeginn Umgestaltung ( Fa. Gering, Abwasserverband),
• NAJU Hessen organisiert ein Biodiversitätscamp im Biotop
◦ Grobe Planungszielbeschreibung: Wie gestaltet man drei im Kastenprofil, mit viel steinigen Befestigungen ausgebaute ehemalige Klärteiche so um , dass die
uniforme Wasser-Ufer-Land-Linie gebrochen wird und der Gewässerrand zugänglich wird? An welchen Stellen sind diese Arbeiten möglichen, ohne Beschädigung intakter
Abwassersysteme?
• 2023.11. erfolgloser Antrag auf Projektförderung („Flachwasserzonen Wisselser Teiche“) aus dem Naturschutzmacher*innenfonds des NABU Bundesverbandes
• 2023.11. Unterstützungsangebote zur Durchführung des Projektes „Flachwasserzonen Wisselser Teiche“ durch
◦ den Abwasserverband Fulda,
◦ die Firma Gering und
◦ die Firma Nüdling
• erneute Pflegearbeiten (Dezember 2023) zur Ermöglichung eines Maschineneinsatzes,
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• Januar 2024 praktische Umgestaltung der beiden südlichen Teiche ,
◦ Abtragen des Mutterbodens und Lagerung auf dem Gelände
◦ Abriss des Damms zwischen den beiden Teichen , das Material wird seitlich in die Teiche verlagert
◦ Aufschütten von 2 kleinen „Inseln“
◦ Vertiefungen im Dammfuß, die sich mit Wasser füllen = Flachwasser
◦ da das erdige Material im Wasser stark fluide wird und immer seitlich weg fließt, wird zur Stabilisierung steiniges Material dazu gegeben (Basalt in verschiedenen
Größen, speziell „Vorbruch“, das sich „verhakt“ und dadurch gut stabilisiert
◦ Stabilisierung der Flachwasseraußenbereiche durch Basalt
◦ Strukturierung der Gesamtfläche in Trocken- und Feucht-Bereiche, Ausbildung einer großen Zone als Wasser-Land Übergangsbereich; hier können Amphibien ablaichen, ohne
dass die im Wasser vorhandenen Fische gleich den Laich fressen
◦ Ab Mai 2024: Zur Unterstützung der pflanzlichen Sukzession mit solchen Arten, die in diesem Übergangsbereich natürlicherweise Vorkommen, wird eine
Initialpflanzung vorgenommen ( Schwertlilie, Sumpfdotterblume, Flatterbinse,…)
◦ An den Teichhängen werden insektenblütige Stauden eingebracht ( Herzgespann, Braunwurz, Sterndolde, Baldrian, …
◦ In der Summe werden mehr als 200 Stauden in der Initialpflanzungsphase eingebracht
• erfreuliche Beobachtung und erstes Fazit: es gibt eine sehr gute Reproduktion von Froschlurchen (Tausende von Kaulquappen (April, Mai) und nun Anfang Juni Tausende von
Jungfröschen.
• Beobachtung: die Flachwasserbereiche im Bereich „alter Dammfuss“ variieren stark in Abhängigkeit vom Wasserstand
(im Juni 2024, Alfred Peschl)